Geschichte

Die K.D.St.V. Ripuaria ist eine akademische Gemeinschaft an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität zu Bonn. Sie wurde im April 1863 von sieben Theologiestudenten in Bonn-Kessenich als homiletischer Theologenverein gegründet und war von Anfang an tief in der Tradition des katholischen Rheinlands verwurzelt. Anfangs war Ripuaria nur Studenten aus wenigen Studienfächern vorbehalten. Im Zuge der Wiedereröffnung des Erzbischöflichen Konvikts Collegium Albertinum wurde Ripuaria zum katholischen Studentenverein umgestaltet, wodurch Studenten aller Fakultäten die Möglichkeit eröffnet wurde, bei Ripuaria aktiv zu werden. Bei der Universitätsleitung wurden unter dem Namen Rhenania die rheinischen Burschenfarben blau-weiß-rot und die Fuchsenfarben blau-weiß-blau beantragt. Damit waren sämtliche beantragten Insignien die gleichen wie die des älteren, damals aber suspendierten, Corps Rhenania Bonn. Eine Steintafel im Foyer des Rhenanenhauses zeugt davon. Die Universitätsleitung machte es daher zur Auflage, sich zumindest einen anderen Namen zuzulegen. Daher nannte man sich fortan Ripuaria Bonn.

1905 schloss sich Ripuaria dem Cartellverband (CV) an und trug damit die rheinischen Farben auch in Band und Mütze.

Während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten war Ripuaria eine der wenigen Verbindungen innerhalb des CV, die sich bis zuletzt vehement gegen Gleichschaltung und nationalsozialistisches Gedankengut verwehrten und ihren Prinzipien bis zur Zwangsauflösung durch Hess- und Himmler-Erlass treu blieben. 1938 beschlagnahmte die Gestapo den gesamten Besitz; das Haus, in dem die Verbindung residierte, ein ehemaliges Offizierskasino von 1914, wurde zwangsverkauft. Nicht zuletzt aufgrund ihres Widerstandes gegen die nationalsozialistische Gleichschaltung im festen katholischen Glauben konnte Ripuaria den damals letzten Überlebenden des Hitler-Attentates vom 20. Juli 1944Philipp Freiherr von Boeselager, im Jahre 2000 als Ehrenmitglied gewinnen. Auf dem Festkommers des 140. Stiftungsfestes der Ripuaria Bonn im Kursaal von Bad Honnef hielt Philipp Freiherr von Boeselager vor seinen Bundesbrüdern, vielen weiteren Cartellbrüdern und ihren Familien einen bewegenden Vortrag über die damaligen Ereignisse, seine Erlebnisse und seine Bekanntschaft zu den Größen des deutschen Widerstands wie z. B. Henning v. Tresckow und Claus Graf Schenk v. Stauffenberg; der Inhalt dieses Vortrages und weitere Erinnerungen sind neben einigen Interviews mit der FAZ auch in zwei Büchern und als Hörbuch auf CD erschienen. Von ihm stammt auch das Zitat: „Die Überlebenden einer Tragödie sind niemals deren Helden!“

Nach der Zwangsauflösung der Verbindung durch die Nationalsozialisten 1938 nahm Ripuaria 1947 das Verbindungsleben wieder auf. Obwohl viele Bundesbrüder im Krieg gefallen waren, entwickelte sich in den folgenden Jahrzehnten wieder ein reges Verbindungsleben. Das heutige Ripuarenhaus liegt auf der Meckenheimer Allee in Bonn-Poppelsdorf. Es wurde 1957 erworben und war vorher ein großherrschaftliches Privathaus aus der Gründerzeit, erbaut um 1880. Mit rund 460 Mitgliedern ist Ripuaria heute die größte CV-Verbindung in Bonn.

Ripuaria Bonn ist die siebtälteste Verbindung im CV, trägt aber in der amtlichen Reihenfolge der Cartellverbindungen die Nummer 42, da es ihr aus verbandsinternen Gegebenheiten erst 1905 möglich war, dem CV beizutreten. Die offizielle Abkürzung im CV ist RBo!. Vorher war sie Anführerin eines eigenen Cartells, zu dem unter anderem ihre Tochterverbindungen Arminia und Burgundia gehörten. Aufgrund des großen Zulaufs musste Ripuaria zeitweise die Aufnahme in den Fuxenstall begrenzen und gründete daher zwei Tochterverbindungen, die heute beide ebenfalls dem CV angehören. Arminia war bis zu ihrer Auflösung Anfang des 21. Jahrhunderts in Münster ansässig, Burgundia hat ihren Sitz in München.

Die K.D.St.V. Ripuaria Bonn bei Wikipedia